Viele Menschen kennen Paul Klees Bilder, ohne den Namen sofort zuordnen zu können. Sein Senecio von 1922 mit den großen, runden Augen ist eines der am häufigsten reproduzierten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Dahinter verbirgt sich ein Maler, der nicht nur eine eigene Bildsprache erfand, sondern dessen Leben von einer schweren Krankheit geprägt war – der Sklerodermie.

Geburtsdatum: 18. Dezember 1879 ·
Sterbedatum: 29. Juni 1940 ·
Nationalität: deutsch-schweizerisch ·
Bekanntestes Werk: Senecio (1922) ·
Anzahl der Werke: ca. 10.000 ·
Krankheit: Sklerodermie

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Sieben zentrale Daten fassen das Leben von Paul Klee auf einen Blick zusammen:

Merkmal Wert
Vollständiger Name Paul Ernst Klee
Geburtsort Münchenbuchsee, Schweiz
Sterbeort Muralto, Schweiz
Nationalität Deutsch / Schweizer
Beruf Maler, Grafiker, Kunsttheoretiker
Bekannteste Werke Senecio, Der Goldfisch, Zwitscher-Maschine
Krankheit Systemische Sklerodermie

Welches Bild von Paul Klee ist sehr bekannt?

Die Antwort ist eindeutig: Senecio von 1922 (auch bekannt als Greisenhaupt). Das Gemälde zeigt ein maskenhaftes Gesicht mit großen, runden Augen, das an ein Kindergesicht oder eine antike Theatermaske erinnert. Es entstand während Klees Zeit am Bauhaus und vereint zwei seiner zentralen Themen: die Reduktion der Form und das Spiel mit der kindlichen Wahrnehmung (Staatliche Museen zu Berlin).

Weitere berühmte Gemälde

  • Der Goldfisch (1925) – ein schwebender, leuchtender Fisch vor dunklem Hintergrund, der die Farbsymbolik Klees zeigt.
  • Zwitscher-Maschine (1922) – eine mechanisch anmutende Vogelkomposition, die Natur und Technik verbindet.
  • Hauptweg und Nebenwege (1929) – eine farbenfrohe, abstrakte Landschaft aus Quadraten und Rechtecken.

Die teuersten Werke von Paul Klee

Der Auktionsrekord hält „Bau und Gärten“, das 2017 bei Christie‘s für 4,7 Millionen US-Dollar versteigert wurde (Wikipedia). Damit sind Klees Gemälde deutlich günstiger als Spitzenwerke von Picasso oder van Gogh.

Das Bekanntheitsranking von Paul Klee entspricht nicht seinem Preisranking. Während Senecio zu den ikonischsten Bildern des 20. Jahrhunderts zählt, bleiben die Höchstpreise hinter denen anderer Künstler zurück – eine Diskrepanz, die Sammler und Kunstliebhaber gleichermaßen beschäftigt.

Was für eine Krankheit hatte Paul Klee?

Paul Klee litt an einer systemischen Sklerodermie, einer seltenen Autoimmunerkrankung. Fachleute gehen davon aus, dass er an der schwersten Form, der diffusen systemischen Sklerose, erkrankt war (Deutsche Nationalbibliothek). Die Krankheit wurde Ende 1935 diagnostiziert, nachdem Klee eine Bronchitis und Lungenentzündung durchgemacht hatte (Wikipedia).

Symptome und Verlauf

  • Die Sklerodermie führte zu Hautverhärtungen und Gelenkschmerzen. Klees Hände blieben von der Krankheit verschont (PubMed (medizinische Fallanalyse)) – ein entscheidender Faktor, der es ihm ermöglichte, weiter zu malen.
  • Die Erkrankung griff auf innere Organe über, insbesondere das Herz, was schließlich zur Todesursache – einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) – führte (NZZ (Schweizer Tageszeitung)).

Therapieversuche

Klee unterzog sich verschiedenen Behandlungen, darunter Bäderkuren in Schweizer Heilbädern und Strahlentherapie. Die medizinischen Möglichkeiten waren in den 1930er-Jahren begrenzt (PMC / NIH (medizinische Forschung)). Es gibt Hinweise darauf, dass die Chemikalien in Malerfarben die Sklerodermie möglicherweise ausgelöst oder verstärkt haben könnten – diese Berufskrankheiten-Debatte wird in der Fachliteratur diskutiert, ist aber nicht abschließend geklärt (SciELO (wissenschaftliche Zeitschrift)).

Das Paradoxe

Die Krankheit, die Klees Körper langsam zerstörte, ließ seine künstlerische Produktivität unberührt. Seine Hände blieben beweglich, sein Geist scharf – so entstand gerade in den letzten Jahren ein gewaltiges Spätwerk.

Die Frage, ob die Sklerodermie durch seinen Beruf ausgelöst wurde, bleibt offen – und damit auch die Frage nach der Verantwortung der Kunstindustrie jener Zeit.

Was geschah mit Paul Klee?

Nach seiner Entlassung aus der Kunstakademie Düsseldorf 1933 und der Diffamierung als „entarteter Künstler“ durch die Nationalsozialisten kehrte Klee in seine Geburtsstadt Bern zurück (NZZ (Schweizer Tageszeitung)).

Letzte Lebensjahre

Ab 1935 – zeitgleich mit der Diagnose der Sklerodermie – begann eine Phase enormer Produktivität. In den letzten fünf Lebensjahren schuf Klee etwa 1000 Werke; allein für 1939 werden mehr als 1200 Arbeiten genannt (NZZ (Schweizer Tageszeitung)). Die Bildsprache änderte sich: gröbere Konturlinien, größere Flächen, reduzierte Farbigkeit.

Tod in Muralto

Paul Klee starb am 29. Juni 1940 in Muralto im Kanton Tessin. Die Todesursache war eine Myokarditis – eine Herzbeteiligung der Sklerodermie (PubMed (medizinische Datenbank)). Er wurde 60 Jahre alt.

Nachlass und Vermächtnis

Das Œuvre-Verzeichnis umfasst 733 Tafelbilder, 3159 farbige Blätter, 4877 Zeichnungen, 95 Druckgrafiken, 51 Hinterglasbilder und 15 Plastiken (Wikipedia). Das Zentrum Paul Klee in Bern beherbergt die größte Sammlung seiner Werke und gilt als zentrale Forschungsstätte.

Klees produktivste Phase fiel mit seiner körperlich schwersten Zeit zusammen. Die Krankheit wurde zum Katalysator eines Spätwerks, das heute als Höhepunkt seines Schaffens gilt.

Was ist das besondere an Paul Klee?

Klees Kunst entzieht sich einfacher Kategorisierung. Er vereinte Elemente des Expressionismus, Kubismus und Surrealismus zu einer völlig eigenen Bildsprache. Er schrieb einmal: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ (Wikipedia)

Einfluss von Musik und Farbe

Klee war ein begabter Violinist. Die Musik durchdringt sein Werk – er sprach von der „Polyphonie der Farben“ und malte in rhythmischen Sequenzen. Seine Farbtheorie, die er am Bauhaus lehrte, ist bis heute einflussreich (Staatliche Museen zu Berlin).

Lehrtätigkeit am Bauhaus

Von 1921 bis 1931 unterrichtete Klee am Bauhaus in Weimar, Dessau und Düsseldorf. Seine Vorlesungen über Farblehre und Bildgestaltung sind bis heute in den „Bauhaus-Büchern“ dokumentiert (Wikipedia).

„Klee schuf eine eigene Bildsprache, die zwischen Abstraktion und Figuration oszilliert.“

– Kunsthistoriker, zitiert in der Forschungsliteratur (PMC / NIH (wissenschaftliche Studie))

Das Besondere an Paul Klee ist seine Fähigkeit, scheinbare Gegensätze zu vereinen: Musik und Malerei, kindliche Naivität und strenge Theorie, Abstraktion und Figuration.

Warum ist Paul Klee so berühmt?

Klee wird zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts gezählt und seine Werke werden in renommierten Museen weltweit ausgestellt – vom Museum of Modern Art in New York bis zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Internationale Anerkennung

Schon zu Lebzeiten erlangte Klee internationale Bekanntheit. Eine Ausstellung seiner Werke in New York 1930 legte den Grundstein für seine Reputation in den USA (Wikipedia).

Einfluss auf die moderne Kunst

Sein theoretisches Werk – insbesondere die Schriften zur Form- und Gestaltungslehre – beeinflusst Künstlergenerationen bis heute. Künstler wie Joan Miró und Mark Rothko haben sich auf Klee bezogen (PMC / NIH (wissenschaftliche Studie)).

Zentrum Paul Klee

Das Zentrum Paul Klee in Bern, 2005 eröffnet, ist das einzige Museum weltweit, das sich exklusiv einem einzelnen Künstler widmet. Es beherbergt rund 4000 Werke und ist eine der größten Künstlersammlungen der Schweiz (Wikipedia).

Klees Ruhm wächst wegen der Tiefe seines Spätwerks. Die Werke, die unter dem Einfluss der Sklerodermie entstanden, gelten vielen Sammlern und Kunsthistorikern als seine ausdrucksstärksten.

Fazit: Paul Klee ist nicht nur ein Künstler des Bauhauses und der Moderne, sondern auch ein Beispiel dafür, wie körperliche Einschränkung künstlerische Kreativität beflügeln kann. Für Kunstliebhaber steht fest: Seine Spätwerke sind das eindringlichste Zeugnis seines Könnens. Für Mediziner und Historiker bleibt die Frage offen, ob die Sklerodermie eine Berufskrankheit war – eine Frage, die die Auseinandersetzung mit seinem Werk noch vertieft.

Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen

  • 18. Dezember 1879: Geburt in Münchenbuchsee bei Bern
  • 1906: Heirat mit der Pianistin Lily Stumpf
  • 1914: Reise nach Tunesien – prägte seinen Farbstil nachhaltig
  • 1921–1931: Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar, Dessau und Düsseldorf
  • 1935: Diagnose der Sklerodermie
  • 1937: Entlassung aus der Kunstakademie Düsseldorf, Rückkehr in die Schweiz
  • 29. Juni 1940: Tod in Muralto an den Folgen der Sklerodermie

Ein tieferer Einblick in Paul Klees Leben und Werk zeigt, wie seine Krankheit seine künstlerische Entwicklung beeinflusste.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Kinder hatte Paul Klee?

Paul Klee und seine Frau Lily Stumpf hatten einen Sohn, Felix Klee (1907–1990), der später als Kunsthistoriker und Nachlassverwalter tätig war.

In welcher Epoche malte Paul Klee?

Paul Klee lässt sich keiner einzelnen Epoche zuordnen. Sein Werk vereint Expressionismus, Kubismus, Surrealismus und abstrakte Kunst. Er war ein zentraler Vertreter der Klassischen Moderne.

Wo ist das Zentrum Paul Klee?

Das Zentrum Paul Klee befindet sich in Bern, Schweiz. Es beherbergt rund 4000 Werke des Künstlers und ist eine der größten Künstlersammlungen der Schweiz.

Welche Techniken verwendete Paul Klee?

Klee arbeitete mit Ölmalerei, Aquarell, Zeichnung, Druckgrafik, Hinterglasmalerei und Plastik. Er experimentierte mit Materialien wie Ölfarbe auf Karton und verwendete häufig selbst hergestellte Farben.

Ist Paul Klee ein deutscher oder schweizerischer Künstler?

Paul Klee hatte die deutsch-schweizerische Doppelstaatsbürgerschaft. Er wurde 1879 in der Schweiz geboren, besaß die schweizerische Staatsangehörigkeit und nahm 1933 nach der Rückkehr aus Deutschland wieder die schweizerische Staatsbürgerschaft an.

Was ist das teuerste Gemälde von Paul Klee?

Das teuerste versteigerte Gemälde ist „Bau und Gärten“, das 2017 für 4,7 Millionen US-Dollar versteigert wurde. Klees Werke zählen nicht zu den teuersten der Welt, was auf seine hohe Produktivität und die breite Verfügbarkeit seiner Werke zurückgeführt wird.

Welche Rolle spielte Musik in Klees Kunst?

Musik war für Klee eine zentrale Inspirationsquelle. Er war ein begabter Violinist und übertrug musikalische Prinzipien wie Polyphonie und Rhythmus auf seine Bildkompositionen.

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