Nach dem Tod von Papst Franziskus richtet sich der Blick der Welt auf das Konklave. Doch wer entscheidet eigentlich, wer das Oberhaupt der katholischen Kirche wird? Die Antwort liegt in einer komplizierten Mischung aus Alter, Herkunft und kirchenrechtlichen Regeln – und sie ist überraschender, als viele denken.

Wählbare Kardinäle unter 80: 135 · Nach Absagen maximal: 133 · Kirchenrechtliche Obergrenze: 120

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • 135 Kardinäle unter 80 Jahren sind wahlberechtigt (Vatican News)
  • Obergrenze von 120 überschritten – erstmals durch Franziskus (Vatican News)
2Was unklar ist
  • Endgültige Teilnehmerzahl nach allen Absagen
  • Welche Kardinäle sich noch zurückziehen könnten
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Wahl im Vatikan mit Zweidrittelmehrheit
  • 135 Kardinäle aus 71 Ländern entscheiden

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zum Konklave 2025 zusammen:

Kennzahl Wert
Wählbare Kardinäle 135 unter 80 Jahren
Gesamtzahl lebend 252 (davon 117 über 80)
Deutsche Wahlkardinäle 3 (Marx, Woelki, Müller)
Mindestalter Papst Kein festes Minimum
Erforderliche Mehrheit Zweidrittelmehrheit

Wie viele Kardinäle wählen den Papst 2025?

Das Konklave am 7. Mai 2025 wird von 135 Kardinälen unter 80 Jahren eingeläutet. Diese Zahl überrascht, denn kirchenrechtlich gilt seit 1996 eine Obergrenze von 120 Wahlkardinälen. Papst Franziskus hat diese Grenze jedoch bei allen zehn seiner Konsistorien überschritten.

Die Apostolische Konstitution „Universi Dominici Gregis” von Johannes Paul II. legt fest, dass maximal 120 Kardinäle an der Papstwahl teilnehmen dürfen. Johannes Paul II. überschritt diese Grenze bei vier, Benedikt XVI. bei zwei Konsistorien. Papst Franziskus ging noch weiter und ernannte bei allen zehn seiner Konsistorien mehr als 120 wahlberechtigte Kardinäle.

Zwei wahlberechtigte Kardinäle haben ihre Teilnahme krankheitsbedingt abgesagt, sodass nach Angaben von Katholisch.de maximal 133 Kardinäle am Konklave teilnehmen. Darunter befindet sich auch Kardinal Angelo Becciu, der auf seine Teilnahme verzichtet, obwohl er zum Zeitpunkt des Konklaves 76 Jahre alt wäre.

Was bedeutet das?

Das Kardinalskollegium erklärte, dass alle Kardinäle unterschiedslos mit ihrer Aufnahme ins Kollegium das Recht erworben haben, den Papst zu wählen. Papst Franziskus wich mit dieser Praxis bewusst von der strikten Konklaveordnung ab.

Aktuelle Zahl wahlbarer Kardinäle

Von den insgesamt 252 lebenden Kardinälen sind 135 wahlberechtigt. Sie kommen aus 71 verschiedenen Ländern – ein geografisches Spektrum, das die globale Dimension der katholischen Kirche widerspiegelt. Davon stammen 53 aus Europa und 37 aus Amerika.

Obergrenze nach Kirchenrecht

Die Obergrenze von 120 wurde nie formal geändert, aber das Kardinalskollegium akzeptiert die Praxis, die über diese Zahl hinausgeht. Das bedeutet: Die 135 Kardinäle, die am 7. Mai zur Wahl antreten, wählen nach kirchenrechtlich unübersichtlichem Terrain – aber sie wählen.

Fazit: 135 Kardinäle unter 80 wählen den Papst 2025 – mehr als je zuvor in der Kirchengeschichte und weit über der kirchenrechtlichen Obergrenze von 120.

Welche Kardinäle dürfen den Papst wählen?

Seit Papst Paul VI. gilt eine klare Altersgrenze: Wer das 80. Lebensjahr vollendet hat, darf nicht mehr an der Papstwahl teilnehmen. Diese Grenze wurde eingeführt, um sicherzustellen, dass die Kardinäle im aktiven Dienst stehen und die Herausforderungen des Papstamtes meistern können.

Nach Angaben von DOMRADIO.DE muss ein Bischof, der 75 Jahre alt wird, dem Papst seinen Rücktritt anbieten. Diese Regelung zeigt: Das Alter spielt im kanonischen Recht eine wichtige Rolle bei der Frage, wer in leitender Funktion verbleiben darf.

Altersgrenze von 80 Jahren

Die Altersgrenze von 80 Jahren gilt als sinnvoll, weil sie sicherstellt, dass die Papstwähler noch aktiv in der Kirche tätig sind. Interessant dabei: Beim Konklave 2013 gab es zwei Kardinäle, die ihre Bischofsämter aus Altersgründen bereits aufgegeben hatten, aber trotzdem noch den neuen Papst wählten – darunter Kardinal Walter Kasper.

Ausnahmen und Regelungen

Eine formale Ausnahme von der 80-Jahre-Regel existiert nicht. Wer das 80. Lebensjahr vor dem Konklave vollendet, verliert automatisch sein Wahlrecht. Kardinal Becciu hätte theoretisch mit 76 Jahren wählen dürfen, verzichtete aber freiwillig auf seine Teilnahme.

Fazit: Nur Kardinäle unter 80 dürfen den Papst wählen – eine Regel, die seit über 50 Jahren gilt und den aktiven Charakter des Papstwahlgremiums sicherstellen soll.

Wie viele Kardinäle gibt es insgesamt?

Das gesamte Kardinalskollegium umfasst 252 lebende Mitglieder. Davon sind 135 wahlberechtigt und 117 haben mit Erreichen des 80. Lebensjahres ihr Stimmrecht verloren. Diese Aufteilung zeigt: Mehr als die Hälfte der Kardinäle ist bereits im Ruhestand.

Die 135 wahlberechtigten Kardinäle stammen aus einer bemerkenswert breiten geografischen Verteilung. Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz kommen sie aus 71 Ländern. Diese Vielfalt bedeutet, dass kein Kontinent, keine Region dominiert – ein demokratisches Element in einer Institution, die oft als monolithisch wahrgenommen wird.

Lebende Kardinäle

Von den 252 lebenden Kardinälen sind 135 im aktiven Wahlrecht, während 117 bereits über 80 sind. Diese Aufteilung hat praktische Konsequenzen: Das Konklave ist kleiner als das gesamte Kardinalskollegium, aber immer noch groß genug, um verschiedene Interessen und Regionalkirchen zu repräsentieren.

Wahlberechtigte beim Konklave

An den Versammlungen des Vorkonklaves nahmen nach Informationen von Katholisch.de 183 Kardinäle teil – darunter mehr als 120 im Konklave wahlberechtigte Kardinäle. Diese Generalversammlung bereitet die Wahl vor, diskutiert die Prioritäten der Kirche und trifft erste Absprachen.

Fazit: 252 Kardinäle leben insgesamt, 135 von ihnen wählen 2025 den neuen Papst – eine internationale Mischung aus 71 Ländern.

Wie viele Kardinäle gibt es pro Land?

Die Verteilung der wahlberechtigten Kardinäle auf die Länder zeigt die globale Reichweite der katholischen Kirche. Mit 53 europäischen und 37 amerikanischen Kardinälen stellt der Westen weiterhin die Mehrheit, aber die Zahl der Kardinäle aus Asien, Afrika und Ozeanien wächst kontinuierlich.

Drei wahlberechtigte Kardinäle kommen aus Deutschland: Kardinal Reinhard Marx (Erzbischof von München und Freising), Kardinal Rainer Maria Woelki (Erzbischof von Köln) und Kardinal Gerhard Ludwig Müller (Kurienkardinal und emeritierter Präfekt der Glaubenskongregation).

Deutsche Kardinäle

Die drei deutschen Wahlkardinäle repräsentieren unterschiedliche Strömungen innerhalb der deutschen Kirche. Marx war einflussreich in der Synodenarbeit, Woelki vertrat einen konservativeren Kurs, und Müller leitete als Präfekt die Glaubenskongregation – das wichtigste Dikasterium des Vatikans.

Verteilung nach Ländern

Italien stellt traditionell die meisten Kardinäle, gefolgt von den USA, Brasilien und anderen großen Ländern. Doch die 71 Herkunftsländer zeigen: Das Konklave ist kein exklusives Club-Treffen westlicher Kirchenvertreter, sondern ein globales Ereignis mit Vertretern aus allen Kontinenten.

Anmerkung der Redaktion

Die genaue Verteilung der Kardinäle nach Ländern ändert sich mit jedem Konklave, da neue Kardinäle ernannt werden und andere durch Tod oder Erreichen der Altersgrenze ausscheiden.

Fazit: Drei deutsche Kardinäle wählen mit – Marx, Woelki und Müller. Insgesamt stammen die 135 Wahlkardinäle aus 71 Ländern.

Wie viele Stimmen braucht es in der Papstwahl?

Für eine gültige Papstwahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Bei 135 wahlberechtigten Kardinälen bedeutet das: Mindestens 90 Stimmen sind nötig, um den neuen Papst zu wählen.

Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz muss, wenn die Anzahl der wahlberechtigten Kardinäle nicht durch drei teilbar ist, für die Gültigkeit der Papstwahl eine Stimme mehr als die Zweidrittelmehrheit erforderlich sein.

Zweidrittelmehrheit

Das Prinzip der Zweidrittelmehrheit wurde eingeführt, um eine breite Zustimmung zu garantieren. Kein Kandidat soll sich auf eine knappe Mehrheit verlassen können – der neue Papst braucht einen überzeugenden Konsens im Kollegium. Die genauen Zahlen, wer den Papst wählt, finden Sie in diesem Quelle berichtjournal.at overview.

Abstimmungsverfahren

Die Papstwahl erfolgt geheim und per Stimmzettel. Die Kardinäle versammeln sich in der Sixtinischen Kapelle und geben ihre Stimme anonym ab. Falls nach mehreren Wahlgängen keine Zweidrittelmehrheit erreicht wird, kann das Konklave entscheiden, die engere Wahl auf die beiden führenden Kandidaten zu beschränken.

Das Abstimmungsverfahren im Detail

Die Stimmzettel werden verbrannt, nachdem sie ausgezählt wurden. Bei erfolgreicher Wahl steigt weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtina – ein Signal, das seit Jahrhunderten die Welt über die Wahl eines neuen Papstes informiert.

Fazit: Mindestens 90 von 135 Stimmen sind nötig für die Wahl des neuen Papstes – eine Zweidrittelmehrheit, die Konsens über Regions- und Sprachgrenzen hinweg erfordert.

Zeitleiste: Die wichtigsten Daten zum Konklave 2025

Der Tod von Papst Franziskus am Ostermontag 2025 setzte eine Kette von Ereignissen in Gang, die zur Wahl seines Nachfolgers führen. Hier die wichtigsten Stationen:

Datum Ereignis
21. April 2025 Tod von Papst Franziskus
26. April 2025 Beisetzung von Papst Franziskus
28. April 2025 Tagesschau: Konklave nach Beisetzung
7. Mai 2025 Beginn des Konklaves

Das Konklave beginnt traditionell 15 bis 20 Tage nach dem Tod eines Papstes. Mit dem festgelegten Termin am 7. Mai hält der Vatikan diesen Zeitrahmen ein. Die Kardinäle versammeln sich zunächst zu den Generalversammlungen, bevor sie in die geheime Wahl eintreten.

Was ist gesichert, was bleibt unklar?

Bestätigte Fakten

  • Altersgrenze 80 Jahre gilt seit Paul VI.
  • Obergrenze 120 wurde von Franziskus überschritten
  • 135 Kardinäle unter 80 sind wahlberechtigt
  • Zweidrittelmehrheit ist erforderlich

Unklare Punkte

  • Exakte Teilnehmerzahl nach allen Absagen
  • Ob weitere Kardinäle zurücktreten
  • Strategien hinter den Kulissen

Die Faktenlage zum Konklave 2025 ist klar: 135 Kardinäle unter 80 Jahren wählen, aber kirchenrechtlich liegt die Obergrenze bei 120. Diese Diskrepanz ist kein Versehen, sondern Ergebnis einer bewussten Entscheidung von Papst Franziskus. Was unklar bleibt: die Dynamik hinter den Kulissen, die Strategien der Kardinäle und natürlich das Ergebnis der Wahl selbst.

Papst Franziskus wich in Ausübung seiner höchsten Gewalt von der Konklaveordnung ab, indem er mehr als 120 wahlberechtigte Kardinäle ernannte.

Vatican News

Das Konklave zur Papstwahl findet am 7. Mai 2025 statt.

— Deutsche Bischofskonferenz

Zusammenfassung und Ausblick

Das Konklave 2025 wird mit 135 Wahlkardinälen das größte in der Geschichte sein – und zugleich das erste, das die kirchenrechtliche Obergrenze von 120 so deutlich überschreitet. Diese Zahl ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer bewussten Strategie von Papst Franziskus, der die internationale Vertretung im Kardinalskollegium stärken wollte.

Für die katholische Kirche bedeutet das eine beispiellose geografische Vielfalt unter den Papstwählern. 71 Länder sind vertreten, mit einer starken Präsenz aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Das verändert die Machtdynamik im Kollegium und könnte Einfluss auf die Wahl haben.

Für Deutschland stehen drei Kardinäle bereit, die das Gewicht der europäischen Kirche in der Entscheidung repräsentieren. Ob ihre Stimmen den Ausschlag geben werden, hängt von den Mehrheiten ab, die sich in der Sixtinischen Kapelle bilden.

Was jetzt zählt: Die Kardinäle treffen sich, beraten und wählen – hinter verschlossenen Türen, im Schutz der Geheimhaltung. Am Ende wird ein weißer Rauch aufsteigen und die Welt wird es erfahren. Die internationale Zusammensetzung des Wahlgremiums zeigt, dass die katholische Kirche längst nicht mehr nur eine europäische Institution ist, sondern eine weltumspannende Gemeinschaft mit wachsendem Einfluss aus dem Globalen Süden.

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Weitere Quellen

kath.ch, de.statista.com

Neben den 135 wahlberechtigten Kardinälen unter 80 Jahren Gesamtzahl der Kardinäleumfasst die Gesamtzahl 243 lebende Mitglieder des Kardinalskollegiums.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Konklave?

Ein Konklave ist die Versammlung der Kardinäle unter 80 Jahren zur Wahl eines neuen Papstes. Der Begriff stammt vom lateinischen „conclave” ab, was „verschlossener Raum” bedeutet. Die Kardinäle versammeln sich während des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle und sind dort von der Außenwelt abgeschlossen.

Wie läuft die Papstwahl ab?

Die Papstwahl erfolgt geheim per Stimmzettel. Die Kardinäle geben ihre Stimme in der Sixtinischen Kapelle ab. Nach jedem Wahlgang werden die Stimmzettel verbrannt. Bei erfolgreicher Wahl steigt weißer Rauch auf. Ein Kandidat ist gewählt, wenn er mindestens 90 von 135 Stimmen (Zweidrittelmehrheit) erhält.

Gibt es ein Mindestalter für den Papst?

Es gibt kein festes Mindestalter für den Papst. In der Praxis kann jeder männliche Getaufte gewählt werden, der das 35. Lebensjahr vollendet hat und über ausreichende Kenntnisse des Glaubens und moralische Integrität verfügt. In der Praxis waren alle gewählten Päpste erwachsene Männer, meist Bischöfe.

Werden die Kardinäle über 80 beteiligt?

Kardinäle über 80 Jahren dürfen nicht an der Wahl selbst teilnehmen, können aber an den Vorbereitungssynoden teilnehmen. Sie haben kein Stimmrecht mehr im Konklave, behalten aber ihr Recht auf Information und können beratend tätig sein, wenn sie dazu eingeladen werden.

Wie viele Runden Abstimmung gibt es maximal?

Es gibt keine festgelegte Obergrenze für die Anzahl der Wahlgänge. Das Konklave tagt so lange, bis ein Kandidat die Zweidrittelmehrheit erreicht. In der Vergangenheit dauerten Konklaven mehrere Tage, manchmal sogar Wochen.

Wo findet das Konklave statt?

Das Konklave findet in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan statt. Die Kardinäle sind dort von der Außenwelt abgeschlossen und haben keinen Kontakt zur Presse oder zur Öffentlichkeit während der Wahl.

Warum gilt eine Altersgrenze von 80?

Die Altersgrenze wurde eingeführt, um sicherzustellen, dass die Papstwähler noch aktiv im Dienst der Kirche stehen. Seit Papst Paul VI. gilt: Wer das 80. Lebensjahr vollendet hat, darf nicht mehr wählen. Dies soll eine zeitgemäße Vertretung der globalen Kirche gewährleisten.

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